Welcher Wein zu welchen Speisen?
Wein ist wohl eines der edelsten Getränke zum gepflegten Essen. Man sollte gut überlegen, welcher
Wein am besten mit dem jeweiligen Gericht harmoniert. Dabei ist Geschmack immer individuell. Man
soll trinken, was einem schmeckt! Wein regt die Verdauung an, er ist nicht nur wohlschmeckend,
sondern auch bekömmlich. Von einer gepflegten Tischkultur ist er heute nicht wegzudenken.
Bei der Auswahl der Weine zu verschiedenen Gerichten gibt es eine einfache Regel:
Zu weißem Fleisch - Weißwein
Zu dunklem Fleisch - Rotwein
Empfehlungen:
Fisch: Welsch- und Rheinriesling
Kalbsfleisch: Müller Thurgau, Morillon
Schweinefleisch: Riesling, Sauvignon blanc
Rindfleisch: Zweigelt, Cuvee Rubin
Geflügel: Riesling
Wild: St. Laurent
Käse: Morillon, Sauvignon blanc
Kalte Platten; Riesling
Brettljause: Welschriesling
Dessert: edelsüße Weine, liebliche Prädikatsweine
Als Aperitif - leichte säurebetonte Weine, z.B. Schilcher
Zu sehr scharfen Speisen paßt Wein nicht gut. Besonders kostbare Weinspezialitäten trinkt man
eigentlich nicht zum Essen sondern sollten für sich genossen werden.
In der Reihenfolge sollten jüngere vor älteren, leichte Weine vor schweren und trockenen Weine vor
den lieblichen liegen.
Dabei bedeutet: trocken 0-9g/l Restzucker
halbtrocken 9-12g/l
lieblich 12-45g/l
süß über 45g/l
Wie wird Wein serviert?
Nur wenige werden einen so kühlen Keller haben, um Weißwein „kellerfrisch“ servieren zu
können. Ist der Keller zu warm, sollte er in einem Getränkekühlschrank vorgekühlt werden.
Ideal sind spezielle Weinklimaschränke, wo hochwertige Weine jahrelang optimal gelagert
werden können..
Tagelanges Stehenlassen in einem normalen Kühlschrank schadet dem Wein. Wird er zu kalt
serviert, kommt das Bukett kaum zur Geltung. Trinkt man ihn zu warm, schmeckt er schal und
fad. Bei optimaler Temperatur kann sich jede Weinsorte im Glas erst richtig entfalten. Leichte
Tafelweine schmecken bei einer Temperatur von 8°-10° C am besten; gehaltvolle
Qualitätsweine sollte man mit 9°-12°C servieren. Prädikatsweine (Spätlesen - Auslesen)
können auch etwas wärmer (13°C) kredenzt werden.
Leichtere, junge oft noch säurereichere Rotweine trinkt man mit einer Temperatur von 12°-
14°C. Schwere Rotweine kommen bei Temperaturen von 14°-16°C voll zu ihrer Entfaltung. Von
der oft genannten Zimmertemperatur, die heute im Durchschnitt über 20°C liegt, ist jedenfalls
abzuraten. Lagern Rotweine im Keller zu kalt, stellt man sie einfach einige Zeit vorher ins
Zimmer und läßt sie langsam erwärmen. Warmwasser oder der Heizkörper schaden dem
Rotwein! Öffnen der Rotweinflasche ca. 1 Stunde vor dem Genuß läßt den Rotwein besser
schmecken!
Wichtig ist die Verwendung hochwertiger Stielgläser deren oberer Rand dünn sein sollte. Für
fruchtige Weißweine sind Gläser, die sich oben verengen für die Aromablidung von Vorteil.
Rotweingläser sind größer und oben weiter. Das Glas nur zu einem Drittel füllen!
Richtiges Öffnen bei Flaschen mit Naturkork
Hat die Flaschenkapsel keinen Abreißverschluß, so schneidet man mit einem Messer
die Flaschenkapsel knapp unter der Flaschenöffnung ab, hebt den Deckel herunter
und reinigt mit einer sauberen Serviette Kork und Flaschenhals.
Jetzt erst dreht man den Korkenzieher in den Kork (nicht zu kurz) und zieht den
Korken mit einer leichten Drehbewegung langsam heraus. Hebelkorkenzieher
erleichtern diese Arbeit. Das Einschenken geschieht grundsätzlich von rechts, da die
Gläser sich auf dieser Seite des Gedeckes befinden.
Alle Weine, die mit Naturkork verschlossen sind können durch den Kork bedingte
Geschmacksfehler aufweisen. Aus diesem Grunde soll der erste Schluck von einem
erfahrenen Weinkenner vorgekostet werden.
Wichtig ist auch die Art und Form der Weingläser, die den Geschmack des Weines
stark beeinflussen können. Hochwertige, exklusive Gläser heben einen dünnen
oberen Rand. Für fruchtige Weißweine sollte das Glas oben konisch verengt sein,
damit sich der Duft konzentriert. Rotweine sollen aus größeren Gläsern mit weiter
Öffnung getrunken werden. Das Glas nur zu einem Drittel füllen. Man hält das Glas
am Stiel um eine Erwärmung des Weines durch die Hand zu vermeiden.
Transport und Lagerung der Weine
Sollten Sie den Wein in den Sommermonaten im Auto transportieren, achten
Sie insbesondere darauf, daß der Wein im Auto nicht zu warm wird
(Abdecken). Hohe Temperaturen führen auch zur Entbindung von Kohlensäure,
die gerade bei jungen Weinen Einfluß auf das Geschmacksbild nimmt. Nach
dem Transport sollte der Wein einige Tage bei kühler Temperatur gelagert
werden.
Die Lagerung der Flaschen erfolgt horizontal, damit der Naturkorken nicht
austrocknet. Der Lagerraum sollte kühl (13°-16°C) und frei von Gerüchen sein.
Der Wein "atmet" durch den Kork und kann Fremdgerüche aufnehmen! Weine,
die nicht mit Naturkork verschlossen sind können auch stehend gelagert
werden.
Die Lagerdauer ist von den Lagerbedingungen, der Qualität des Weines und
der Sorte abhängig. Wenn man auf jugendliche Frische und Fruchtigkeit Wert
legt, sollte man Weine nicht länger als ein Jahr lagern. Hochwertige Weine
erreichen oft erst nach 2-3 Jahren Lagerzeit ihre optimale Trinkreife. Auch
Rotweine gewinnen durch längere Lagerung ein harmonisches
Geschmacksbild.
Lange gelagerte Weine entwickeln eigene Alterungstöne, die durchaus
geschätzt werden. Zur Zeit liegt der Trend eher bei leichten, frisch-fruchtigen
und bekömmlichen Weinen.
Wein und Gesundheit
Wein mäßig genossen hat einige positive Auswirkungen auf die
Gesundheit. Schon vor mehr als 2000 Jahren haben die alten Griechen
und Römer über diese Feststellung berichtet.
Heute liefern intensive wissenschaftliche Untersuchungen handfeste
Beweise. Es ist erwiesen, daß Rotwein die Gefahr des Herzinfarktes
vermindert. Die Gerbstoffe des Weines verhindern die Oxidation des
Cholesterins, wodurch die Anlagerung an der Innenwand der Blutgefäße
vermindert wird.
Gerbstoffe zusammen mit Alkohol können eine gewisse Dehnung der
Blutgefäße bewirken und verringern die Entstehung von Blutgerinnseln und
Verklumpung des Blutes (Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall).
Das Blut-Fettmuster wird durch Erhöhung des günstigen HDL-Cholesterins
verbessert. Wein hat eine Art entgiftende Wirkung und beeinflußt positiv
Blutdruck, Blutfette sowie Harnsäure.
Resveratrol im Rotwein und rotem Traubensaft
Resveratrol ist ein Antioxidans, das zu den Polyphenolen zählt. Es kommt besonders in
der Beerenhaut von roten Weintrauben vor. In der Natur schützt Resveratrol Pflanzen in
feuchten Perioden vor Pilzinfektionen und ist daher ein Antikörper in der Pflanze.
In Tierversuchen wurde eine lebensverlängernde Anti-Aging-Wirkung ebenso beobachtet
wie eine Verringerung der Gewichtszunahme sowie eine Steigerung der Ausdauerleistung.
Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen indem es hemmend auf ein Protein
einwirkt, welches für das Überleben von Krebszellen entscheidend ist.
Die in unserem Betrieb verwendete Rotweinsorte Blauburger im Cuvee Rubin weist einen
besonders hohen Resveratrolgehalt mit 10 mg/l, in manchen Jahren bis 17 mg/l auf.
Blauburger ist auch die Hauptsorte für unseren roten Traubensaft.
Aromastoffe, Mineralstoffe, sowie Säure und Alkohol des Weines bewirken eine verstärkte
Speichelabsonderung und Magensaftsekretion. Deshalb wird Wein - besonders mit
intensivem, aromatischen Charakter vorteilhaft als Aperitif getrunken und wirkt gegen
Appetitlosigkeit. Im Magen regt der Alkohol des Weines die Pepsinproduktion an und
animiert die Tätigkeit von Bauchspeicheldrüse und Galle, wodurch die Leistung des
gesamten Verdauungsapparates steigt.
Eine groß angelegte wissenschaftliche Studie an älteren Menschen hat ergeben, daß ein
Viertel Liter Wein pro Tag für Männer, ein Achtel Liter für Frauen, den Alterungsprozess
der Gehirnfunktionen um ein Drittel reduziert, das menschliche Immunsystem gestärkt und
das Risiko von Altersdiabetes und Osteoporose verringert wird. (Männer vertragen
deshalb mehr, weil ihr Stoffwechsel Alkohol anders verarbeitet.) Wer regelmäßig deutlich
mehr zu sich nimmt erhöht hingegen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und
Lebererkrankungen.
Weine mit alternativen Verschlüssen
Nachdem die Gefahr des Korkgeschmackes in den letzten Jahren rapid zugenommen
hat, war man gezwungen für hochwertige Weine einen alternativen Verschluß zu finden.
Dabei war den Weinproduzenten durchaus bewußt, daß der Naturkork auch zu einem
Aspekt der Weinkultur geworden ist. Leider war das Bemühen der Korkindustrie
geschmacksneutrale Korken zu liefern nicht überzeugend. Die Ursache des
Korkgeschmackes liegt im Wesentlichen an den Stoffwechselprodukten von
Mikroorganismen, die im Naturkork leben und im Lauf der Lagerung den Wein durch
Ausscheidungen negativ beeinflußen.
Für kurz gelagerte Weine hat sich so der Kunststoff-Pfropfen bald durchgesetzt. So
verschlossene Weine sollte man aber nicht länger als 3 Jahre lagern, weil der Alkohol
des Weines einen Einfluß auf den Weichmacher des Kunststoffes haben kann.
Die Alternative Glasverschluß erfordert eine exakte Paßform, da hier nur ein dünner
Silikonring für die Dichtung sorgt. Die höheren Kosten machen ihn nur bei Weinen der
höheren Preisklasse wirtschaftlich.
Eine Neuentwicklung des Schraubverschlußes hat sich in den letzten Jahren stark
durchgesetzt. Die neuen Einlagen sorgen für eine wesentlich längere Erhaltung der
Frische und Fruchtigkeit des Weines.
Es ist dadurch auch möglich mit geringeren Schwefelmengen auszukommen, was die
Bekömmlichkeit dieser Weine fördert. Das werkzeuglose, einfache Öffnen der Flaschen
und die Möglichkeit des Wieder-verschließens wird von vielen Konsumenten geschätzt.
70% aller hochwertigen Weine der Steiermark wurden im Jahre 2009 bereits mit
Schraubverschluß versehen.
Geschichte des Weinbaues
Der älteste historische Weinbaunachweis ist ein Teil einer Presse aus Grusinien,
Südrußland, aus der Zeit um 6000 v. Chr. Über Syrien und den Libanon ist der Weinbau
ins Heilige Land und nach Ägypten gekommen. Dort war der Weingenuß erst ab einem
gewissen Stand, vergleichbar dem Adel, erlaubt.
Von Ägypten kam der Weinbau ca. 1850 v. Chr. über den östlichen Mittelmeerraum nach
Griechenland und mit der griechischen Kultur um 850 v. Chr. nach Süditalien. Mit der
Entstehung und Ausdehnung des Römischen Reiches hat sich der Wein zuerst auf der
Iberischen Halbinsel und Nordafrika, dann in Gallien (heute Frankreich) und Deutschland
verbreitet. In unsere Gegend wurde der Wein ebenfalls durch die Römer gebracht. Neue
wissenschaftliche Forschungen belegen, daß schon im 4. Jahrhundert v. Chr. Weinreben
in unser Gebiet gekommen sind.
Nach Abzug der Römer bis zum Beginn des 10. Jh. n. Chr. ist der Weinbau nicht belegt.
Seit dem Jahr 1000 besteht eine lückenlose Überlieferung. Es handelt sich jedoch nicht
um Intensivweinbau im heutigen Sinn, sondern um frei wuchernde Hecken und kleinere
Anlagen.
Heute umfaßt das steirische Weinbaugebiet eine Fläche von 4200 ha. (90% Weiß- und
10% Rotwein). Das sind knapp 10% der österreichischen Rebfläche.
Das Klima der Südsteiermark, mit heißen Tagen und kühlen Nächten in der Reifezeit, die
vorzüglich geeigneten Lagen und Böden lassen im Raum um Gamlitz Spitzenweine
heranreifen, die in Bukett und Säurespiel im internationalen Vergleich bestens bestehen.